Betrügerische Gefühle

(286 Seiten, ISBN 978-3-89841-571-2)
(Maik Marwitz dritter Fall, der Roman erschien im Febr. 2011.)

Inhalt:

In Maik Marwitz’ 3. Fall wird nicht nur im Landkreis Oldenburg wegen einer tragischen Liebe über Leichen gegangen …

Freddie Beyer ist bei einer Nachbarschaftshilfe aus dem Kirschbaum gefallen. Er bricht sich den linken Unterarm und das linke Bein und wird einige Zeit im Oldenburger Klinikum verbringen. Sein Bettnachbar ist ein gewisser Leonard Tanner. Ein Eigenbrötler, der sich vom Erbe seiner Tante in Sandkrug ein Haus gebaut hat. Mit einer gemütlichen Einliegerwohung für seine Mutter, die ihn ab und zu aus dem Wendland besucht. Womit seine finanziellen Möglichkeiten jedoch noch lange nicht erschöpft sind. Der Mann könnte auf großem Fuß leben.

Freddie Beyer und Tanner werden Zeuge, wie eine Frau namens Vera Wagner, 35 Jahre alt, mit ihren Kindern in die Klinik eingeliefert wird. Die Frau ist in Sandhatten bei einem Autostopp überfallen worden. Auf sie und ihre Kinder – ein Junge und zwei Mädchen – wurde dabei geschossen. Eine  schreckliche Tat. Der Junge stirbt bereits kurz nach der Einlieferung. Die Kommissarin Astrid Heidkamp von der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land übernimmt den Fall. Vera Wagner wohnt erst seit einem Vierteljahr im Landkreis. Sie ist ihrem neuen Geliebten aus Böblingen gefolgt und hat in Wardenburg eine Wohnung gefunden. Sie hat sich zu diesem Schritt entschlossen, obwohl sie noch verheiratet ist. Doch ihr Ehemann, ein italienischer ehemaliger „Gastarbeiter“ aus Como, hat sie vor einiger Zeit ganz plötzlich verlassen. Bislang weiß keiner, wo er sich aufhält.

Vera Wagner war noch nie eine Frau von Traurigkeit. Zahlreiche Männerbekanntschaften begleiten sie. Doch die Versuche von Freddie Beyers Bettnachbar, Leonard Tanner, bei ihr zu landen, ignoriert sie. Der Mann ist so gar nicht ihr Typ. Und außerdem: Sie hat doch ihren  neuen Geliebten Thomas Brunken, dem sie von Böblingen nach Wardenburg gefolgt ist. Die Frau lernt durch Tanner Freddie Beyer kennen und sie zeigt durchaus Interesse, dass die Detektei Marwitz für sie aktiv wird. Warum sollte Maik Marwitz das ablehnen? Okay, Freddie Beyer fällt zurzeit aus. Aber wenn das Geld stimmt, geht immer etwas. Und weil Leonard Tanner das nötige Kleingeld besitzt … Letztendlich gibt er der Detektei  den Auftrag, zu ermitteln.

Die Recherchen führen Maik Marwitz nach Böblingen in Baden-Württemberg. Er lernt einige Liebhaber von Vera Wagner und so unter anderem den Immobilienmakler Sebastian Vogler kennen, der unverhohlen durchblicken lässt, welch großes Interesse er immer noch an Vera Wagner hat. Zumal seine Frau vor einigen Monaten gestorben ist und Vera Wagner jetzt ohne Ernährer da steht.

Maik Marwitz stimmt mit Freddie Beyer ab, Vera Wagners zahlreiche Liebschaften gegenüber Leonard Tanner erst einmal zu verschweigen. Dafür ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt. Und so baggert Leonard Tanner bei Vera Wagner stetig weiter.

Inzwischen stirbt auch Veras ältere Tochter an ihren Schussverletzungen. Die Mutter trägt es zur Überraschung aller sehr gefasst.

Zur gleichen Zeit meldet sich aus Sandhatten plötzlich ein Augenzeuge zum Überfall. Doch Kommissarin Heidkamp muss feststellen, dass es sich nur um einen Wichtigtuer handelt. Aber der hat anscheinend zu hoch gepokert. Er trifft schon bald seinen Mörder, der ihn als angeblichen Mitwisser ausschaltet.

Der Immobilienmakler Vogler denkt darüber nach, es Vera Wagner gleich zu tun und einen Privatdetektiv anzuheuern. Für ihn erscheint es plötzlich wichtig, in der Ortschaft Wardenburg „ein wenig“ herumzuschnüffeln. Doch das Gastspiel seines Detektivs dauert nicht lange. Nach einem Streit mit Vera Wagners Geliebten Thomas Brunken wird der Mann von einem Zeugen des Streits verfolgt und erschossen.

Vogler schickt einen weiteren Schnüffler namens Franjo Hübner. Was er nicht weiß: Hübner gehört ebenfalls zu Vera Wagners verflossenen Liebhabern. Der Mann hält sich seltsamerweise nicht lange in Wardenburg auf. Er verschwindet spurlos.

Leonard Tanners Hartnäckigkeit zahlt sich endlich aus. Vera Wagner lässt sich von ihm nach Sandkrug einladen. Sein Anwesen imponiert. Das Eis scheint gebrochen. Doch die Polizei kommt in ihrem Fall keinen Schritt weiter. Man versucht mit Hilfe einer Therapeutin ihre jüngste Tochter, die kleine Nina, zum Überfall in Sandhatten zu befragen. Aber von dem Kind ist nichts Brauchbares zu erfahren.

Vera Wagners Ehemann wird in Italien aufgestöbert und der Böblinger Makler Vogler fühlt sich animiert, persönlich in Wardenburg aufzutauchen. Er schafft es, dass Vera Wagner sich unverhohlen mit ihm in einem Wardenburger Hotel einlässt. Dies hindert sie aber nicht daran, nach Voglers Abreise weiterhin – und das verstärkt – den Kontakt mit Leonard Tanner zu pflegen. Er kann die finanziell nicht auf Rosen gebettete Vera letztlich davon überzeugen, mit der kleinen Nina in seine Einliegerwohnung zu ziehen – kostenlos. Sie nimmt das Angebot an. Eifesüchteleien sind dadurch vorprogrammiert. Denn Thomas Brunken fällt es schwer, ihren Umzug zu schlucken. Auch Sebastian Vogler reagiert entsetzt, als er davon erfährt. Und sogar der italienische Noch-Ehemann ist plötzlich der Meinung, dass Veras Umzug nicht die Lösung ist. Es gibt einen weiteren Toten.

Maik Marwitz und Freddie Beyer werden sich an Vera Wagners Geschichte die Zähne ausbeißen. Ist der Knoten überhaupt zu entwirren?